„Die Zeit ist gekommen, da die Menschen nicht mehr nach Köpfen gezählt werden, sondern nach Herzen“ – Aus der letzten Rede von Esther Bejarano

In der vergangenen Nacht ist die unermüdliche Kämpferin gegen den Faschismus, gegen Rechtsextremis und Diskriminierung im Alter von 96 Jahren gestorben.

Bejarano wurde am 15. Dezember 1924 als Esther Loewy und jüngstes von fünf Geschwistern in Saarlouis geboren. Ihr Vater war jüdischer Lehrer und Kantor. Ihre Eltern wurden 1941 von den Nazis in Litauen umgebracht, sie selbst musste in einem Lager Zwangsarbeit leisten, bevor sie Anfang 1943 ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert wurde.

Dort überlebte Bejarano nur, weil sie im Mädchenorchester des Lagers Akkordeon spielte. Sie ging nach dem Krieg zunächst nach Israel, zog dann aber 1960 mit ihrem Ehemann nach Hamburg.

Sechsundsiebzig Jahre nach ihrer Befreiung hat Esther Bejarano, Überlebende der KZ Auschwitz und Ravensbrück, Vorsitzende des Auschwitz-Komitees und Ehrenvorsitzende der Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes – Bund der Antifaschist*innen, ein letztes Mal zum Kriegsende, zur Befreiung Deutschlands am 08. Mai 1945 gesprochen.

Sie hoffte darauf, im kommenden Jahr ein Friedensfest mitfeiern zu können, nach dem Ende der Pandemie-Beschränkungen, dem Ende der Corona-Krise.

Scharf beleuchtet sie die Realitität des Jahres 2021, klar fordert sie, dass der 08. Mai ein Feiertag werden solle.