50 Jahre „Mittendrin“ mit der Städtebauförderung

 

SGK Kreis Unna diskutiert mit Bernhard Daldrup Zukunft der Innenstädte

So unterschiedlich sie im Detail auch sind – eine zentrale Frage der Kommunen im Kreis Unna ist die gleiche:

Welche Ideen, Maßnahmen und Förderprogramme stehen zur Verfügung, um die eigenen Innenstädte als Handels- und Dienstleistungsstandorte, aber auch als gefragte Wohnadresse und soziale Treffpunkte zu stärken.

Für die Sozialdemokratische Gemeinschaft für Kommunalpolitik (SGK) Kreisverband Unna ist klar: Dabei dürfen Stadtteilzentren, Quartiere und Dorfmitten nicht vergessen werden. Und: Ein einfach so zurück in alte Zeiten gibt es nicht.

Leerstände nehmen zu, Filialen dominieren, bunte Vielfalt schwindet, der Online-Handel wächst weiter – es gibt Gründe genug, die heimischen Innenstädte in den Blick zu nehmen. Ihre Zukunft war deshalb Thema eines digitalen Dialogs, zu der die SGK unter Leitung des Vorsitzenden Daniel Heidler mit dem SPD-Bundestagsabgeordneten Bernhard Daldrup eingeladen hatte.

Der Sprecher seiner Fraktion im Ausschuss für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Kommunen macht sich stark für Antworten auf die krisenbedingte Situation in den Zentren. Er fordert aber gleichzeitig langfristig angelegte Strategien. Denn:

„Der Strukturwandel hat sich lange angekündigt. Er ist von Corona nur beschleunigt worden. Jetzt müssen wir handeln – mit einem ausgewogenen Mix aus Einkaufen, Dienstleistungen, Wohnen und Erleben.“

Daldrup wirbt dabei für die Nutzung eines wertvollen Instruments: Die vor 50 Jahren unter Bundeskanzler Willy Brandt ins Leben gerufene Städtebauförderung unterstützt die Kommunen allein in diesem Jahr mit 790 Millionen Euro. Auch weitere Förderprogramme des Bundes, wie z.B. „Reallabore“ oder „Smartcity“ stehen zur Verfügung. Allerdings: Der bürokratische Aufwand sei leider häufig enorm und müsse dringend abgebaut werden, so Daldrup. 

Offene Ohren fand der Bundespolitiker bei den kommunalen Planungsverantwortlichen Uwe Liedtke (Kamen), Jens Toschläger (Unna) und Robert Eisler (Bönen). „Wir brauchen möglichst viele Menschen, die in den Innenstädten wohnen“, bekräftigte Liedtke. Wichtige Bausteine auf diesem Weg: Umnutzung von Objekten, Schaffung von Grün- und Spielflächen sowie eine veränderte Mobilität. Seine Kollegen lenkten den Fokus darüber hinaus auf die interkommunale Zusammenarbeit, wenn es um Freizeit- und Erlebnisangebote geht: „Wer bietet was? Es bringt nichts, wenn wir uns im Kreis Unna gegenseitig Konkurrenz machen.“

Grundsätzlich einig waren sich die Diskussionsteilnehmer bei dem Thema Beteiligungsprozesse: Planen und dabei die Menschen mitnehmen – nur so gelingt nachhaltiger Wandel. Außerdem: „Es sind schon viele gute Idee aus den Reihen der Bürgerschaft gekommen. Die gilt es unbedingt zu nutzen“, so Kamens Bürgermeisterin Elke Kappen.